Auf Dauerstrom-Wo ist nur der Schalter?!

Lesedauer: ca. 6 minuten

Guckt euch mal um. In eurer Familie, im Freundeskreis und auf der Arbeit. Zu guter Letzt vor allem bei euch selbst!

Gehetztes von einem Termin zum nächsten Gerenne, volle Kalender in denen sich ein Termin nach dem nächsten reiht, Überstunden, eine Hochzeit/Geburtstagsfeier etc. nach der nächsten.

Wenn man es dann, nach all dem Trubel, schließlich mal ins Bett geschafft hat (meistens viel zu spät), dreht der Kopf noch weiter seine Kreise. Nun wird resümiert, analysiert, vorgeplant und die nächsten Tage durchstrukturiert. Wir schlafen schlecht und zu kurz, wirken wie eine flimmernde Glühbirne kurz vorm durchknallen.

Haben wir dann endlich, auf lange Sicht geplante freie Zeit oder gar wohlverdienten Urlaub, dürfen wir mindestens die Hälfte dieser Zeit mit –runterkommen– und am Ende mit wieder -auf Betriebstemperatur kommen- verbringen. Na Super!!! Und so geht ein Jahr nach dem nächsten ins Land. Herzlichen Glückwunsch.

Wenn du diesen Beitrag liest scheint mindestens dein Unterbewusstsein zu verstehen, so muss es nicht weitergehen! Wir können durchaus auch anders.

Klar ist, wir haben uns irgendwie in dieses Hamsterrad rein manövriert und da laufen wir nun schon eine Weile. Es ist nicht immer einfach seine Gewohnheiten zu verändern und seinen Alltag umzukrempeln. Stehen aber Erkenntnis und der Wunsch etwas ändern zu wollen, gibt es hervorragende Chancen mal ein paar Volt rauszunehmen.

Auch mal nein sagen

Die dritte Hochzeit in zwei Monaten. Den ganzen Tag von morgens bis abends feiert man mit Bekannten dritten Grades den schönsten Tag ihres Lebens. So kommt man aus einer anstrengenden Arbeitswoche und schafft gerade noch den Wocheneinkauf und möglicherweise nochmal 10 Minuten Hausputz. Und schon schmeißt man sich in Schale und los geht’s zum Standesamt und Co. Huch, schon wieder Montag und wo war das Wochenende?

Ok, ok, eine Hochzeit abzusagen ist nicht die feine englische Art aber nur aus Pflichtgefühl seine Freizeit zu verplanen ist eine Rechnung die definitiv nicht aufgeht und am Ende wieder auf unser Dauerstrom Konto einzahlen wird. Auch mal dankend abzulehnen und gerne ein nettes Hochzeitsgeschenk für diesen Tag zu versenden tut es manchmal auch. Vielleicht lädt euch das Paar auch aus dem gleichen Pflichtgefühl ein und eine Absage eurerseits würde ein paar Euro in deren Hochzeitsbudget freigeben?! Nur so ein (wenn auch unromantischer) Denkanstoß. ; )

Hinterfragt eure Zusagen! Will ich das wirklich machen und empfinde es als Bereicherung oder ist es mein Pflichtbewusstsein, welches nicht nein sagen mag. WIR sind es, die uns unsere Freizeit pickepacke zupflastern und über unsere Lebenszeit entscheiden! Also auch hier mal NEIN sagenvor allem auch zu uns selbst!

Zeit für mich einplanen

Wenn wir so richtig Spaß dran haben uns zu verplanen, wir uns erfüllt und gebraucht fühlen, wenn wir viele Termine im Kalender stehen haben, warum dann nicht einen Termin mit uns selbst verabreden? Wir blocken uns Zeit um zum Beispiel ein Luxus Bad zu nehmen. Vielleicht sogar mit Vorbereitungszeit, um Musik, Kerzen und Badeöl bereitzustellen. Oder wir legen uns einen Termin für einen Spaziergang, eine Runde mit dem Rad, ein Buch zu lesen usw.

Diese Zeit soll eine Geste an uns selbst sein. Ich nehme mir Zeit nur für mich, weil ich mir wichtig bin. Das alleine sorgt schon für ein Wohlgefühl.

Feste Rituale zum Regler runterdrehen

Ist man mitten im Chaos oder im Stress scheint es uns unmöglich Abstand zu nehmen und aus dem Geschehen auszutreten. Als würde der bis dahin erreichte Status einfach zerfallen. So ist es aber nicht. Sich in stressigen Situationen rausnehmen und Abstand bekommen hilft objektiv zu bleiben. Gerade im Arbeitsalltag können kleine Rituale Wunder bewirken. Was könnten diese kleinen Rituale sein? Am besten findet das jeder für sich heraus. Eine kurze Meditation, eine Atemübung, ein Käsebrötchen essen oder einmal um den Block spazieren. Alles ist möglich. Hauptsache man schafft es gedanklich aus den aktuellen Themen zu kommen. Um gar nicht erst in den Starkstrom Modus zu wechseln, können fest angelegte kleine Rituale und diese zur immer gleichen Zeit ausgeführt, einen gleichbleibenden Fluss an Energie sicherstellen

Kleine Taten, große Wirkung!

Auch im Alltag, wie bspw. vor dem ins Bett gehen, helfen uns diese Rituale, Abstand zum Tagesgeschehen zu nehmen. Am Anfang erscheint es vielleicht nervig neue Verpflichtungen aufzunehmen, diese aber in kurzen Episoden gestaffelt, werden schnell Gewohnheit und gehören dann zum Tagesablauf. Wie Zähne putzen.

Unsere inneren Antreiber und zur-Pflicht-Drängler in die Pause schicken

„Ich kann doch nicht einfach so absagen. Ich kann doch nicht einfach so länger Pause machen. Wenn ich mich so benehme, was denken denn dann die anderen von mir?!“ So hören sie sich an. Die Stimmen in uns, die uns -aller Über-Ich-Manier- ins Gewissen reden. Das darfst du nicht, das macht man so nicht, das gehört sich nicht.

Erkennt ihr es? Hört sich doch irgendwie an wie die Stimmen unserer Eltern. Genau da kommen diese Instanzen in uns auch meistens her. Haben wir das erkannt, darf man auch ruhig hinterfragen, was man da so denkt. Muss ich das jetzt wirklich oder mach ich das nur, weil ich es immer so mache und es so sein muss?!!? Wenn man es dann noch schafft ein Stück tiefer in sich hinein zu horchen, kann man oft eher Sätze wie: „Ich kann nicht mehr, Ich bin müde und erschöpft oder Ich möchte das nicht“ wahrnehmen. Dieses feine Stimmchen wird von uns leider oft unterdrückt und schlichtweg nicht gehört. Schaffe ich es dort ein gutes Gleichgewicht herzustellen und mal mein ausgeprägtes Pflichtbewusstsein zur Seite zu schieben, um auf das Gefühl zu hören, trägt das ungemein zum Wohlbefinden bei.

Raus aus dem Trott

Selbst wenn wir es doch mal zur Ruhe schaffen machen wir meistens doch immer das Gleiche.

Wir legen uns vor die Glotze, schauen uns Serie und Co an oder daddeln am Tablet rum. Das darf auch mal sein. Manchmal braucht es jedoch mehr als das. Eine liebevolle, fürsorgliche Handlung an uns selbst. Uns mal BEWUSST etwas Gutes tun. Vielleicht mal einen Abend spontan in die Sauna oder zum Schwimmen. Oder an einen Teich/See/Fluss etc. fahren und dort einfach nur sitzen und sein. Horcht in euch hinein was euch guttun könnte.

Auch mal um Hilfe bitten

Manchmal sieht man dann doch den Wald vor lauter Bäumen nicht. Man steckt nun mal im Stromkreis und kappt man die Kabel läuft man Gefahr (zumindest in der subjektiven Annahme) dass komplett alle Lichter ausgehen. Da kann es helfen, sich mit jemandem auszutauschen. Schnappt euch euren Partner, Schwester oder Bruder, Freund/in oder auch mal professionelle Hilfe in Form eines Therapeuten, Coach, Arzt etc.

Man selbst verliert aus den Augen wo eigentlich die Probleme liegen. Da kann es helfen sich dank Austausch und Fremdwahrnehmung komplett neu zu ordnen, die Zeit- und Krafträuber zu identifizieren und sich neu aufzustellen. So das man zukünftig schon regelmäßig kleine Energie Inseln einplant und nutzt, um gar nicht erst wieder in den Strudel aus Termindruck, Stress und angetrieben sein zu geraten.

Das Leben läuft in Wellen. Es wird immer mal Zeiten geben, da läuft es ruhig und in manchen Zeiten wird es mal holprig, dass ist der Lauf des Lebens. Mal ist man platt und mal voller Kraft und Tatendrang. Mit dem Wissen, dass es unglaublich wichtig ist, sowohl den kleinen als auch den lauten Stimmen in uns Raum zu geben, übersteht man deutlich gelassener auch mal stürmische Phasen. Gleichgewicht zu halten kann entscheidend darüber sein, wie schnell wir in „schwachen“ Zeiten auch wieder auf die Beine kommen. Regelmäßige Ruhezeiten und Entspannung tragen einfach ungemein zu einer soliden und haltbaren Stabilität bei. So kommen wir schnell wieder auf die Füße.

Wir putzen uns die Zähne, betätigen uns sportlich (im Besten Fall), achten vielleicht sogar auf eine gesunde Ernährung. Alles in allem versuchen wir unseren Körper zu unterstützen. Wieso also nicht auch mal 15 Minuten am Tag für unsere Mentalhygiene aufbringen. Es ist ein ungemein wichtiger Teil, der maßgeblich dazu beiträgt, ob wir unser Leben als leicht und freudig oder schwer und anstrengend empfinden. Vielleicht schnappt ihr euch gleich Stift und Zettel und überlegt euch, wie regelmäßige Ruhephasen in euer Leben integriert werden können.

Solltet ihr Hilfe brauchen, zögert nicht mich anzuschreiben.

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